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Mobile Applikationen

Live-Video vom Handy für alle!

Qik.com bietet Live-Video-Streaming vom Handy ins Internet.

Vor Kurzem hat der kostenlose Dienst die von der Software unterstützten Handymodelle erweitert. Konnte man zuvor nur von bestimmten Smartphones “qiken”, steht nun die Clientsoftware auch in einer J2ME-Version für einige Massenhandys zur Verfügung. Damit will sich Qik einem größeren Markt öffnen und gibt den Nutzern ein potentiell mächtiges Werkzeug zur Hand: die Mobile Live-Berichterstattung für jedermann. Kritiker könnten darin einen erneuten Verlust von Kontrollfunktionen sehen. Während der “Citizen Journalist” vormals noch auswählen musste, welches Video er zu Videohostern wie YouTube & Co. per E-Mail sendet (oder eben auch nicht), werden mit Qik die Inhalte direkt veröffentlicht. Das erfordert einen bewussten Umgang des Nutzers mit dem Live-Medium auf der einen Seite, andererseits aber auch eine Auseinandersetzung mit Persönlichkeitsrechten oder den Nutzungsrechten von Events.

Man kann sich die unterschiedlichsten Szenarien vorstellen: Auf Qik findet man derzeit neben unzähligen Testsendungen vor allem Live-Berichterstattungen von Konferenzen und Events, Interviews sowie Ausschnitte aus dem Privatleben. Es wird interessant zu sehen sein, ob und wie sich die Inhalte ändern, wenn Qik einen Massenmarkt erreicht: Werden Sportveranstaltungen oder Kinobesuche illegal gestreamt? Gewalttätige Jugendliche oder prügelnde Polizisten? Vermutlich werden wir davon nicht mehr als sowieso schon üblich zu sehen bekommen. Es werden jene Aktionen und Geschehnisse aus allen Winkeln der Welt sein, die irgend jemand mit einem Handy gerade berichtenswert findet.

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, Qik unter Extrembedingungen auf dem BarCamp Berlin 3 auszuprobieren. Ausgestattet mit einem Nokia N96 und einer Datenflatrate probierte ich mich als “rasender Reporter”. Die Qualität der dabei entstandenen Videos ist streitbar. Aber zwei Tage mit der Medienmacht eines eigenen Fernsehsenders in der Hosentasche, mit der Reichweite eines potentiellen Milliardenpublikums, brachte folgende Erkenntnisse und Regeln, die man beim “Qiken” beachten sollte: Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte sollte die gestreamte Person vorher gesagt bekommen und verstehen, dass sie gerade “live im Internet” ist. Darüber hinaus lässt sich die Qualität der Beiträge ungemein steigern, wenn vor der Live-Sendung überlegt wird, was man macht: Einstellungen und Bildaufbau planen, inhaltlichen Spannungsbogen und das Ende voraus denken. Und nicht zuletzt hilft eine Anmoderation, eine persönliche Begrüßung und Einführung in Ort und Geschehen dabei, dass das eigene Live-Fernsehimperium vom Handy auch die Zuschauer begeistert.

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