Unter Location Based Services (LBS) versteht man ortsgebundene Dienste, die dem Handybesitzer unter Berücksichtigung seines Aufenthaltsorts Services verschiedener Art anbieten. Beim Gedanken an die entstehenden Möglichkeiten schlagen vor allem Werberherzen höher. LBS eröffnen eine Zukunft, in der Werbung seinen Spam-Charakter verliert und zur Information oder gar zum Service wird. Läuft man beispielsweise um 13 Uhr bei einem McDonald’s-Restaurant vorbei und bekommt via Bluetooth einen Coupon für einen vergünstigten Burger auf das Handy geschickt, wird nicht jeder diese Form der Werbung als Belästigung empfinden. Bei diesem Beispiel würden LBS relativ simpel realisiert – ein Bluetooth-Sender an der Filiale versucht einfach permanent, sich mit Telefonen in der Umgebung zu verknüpfen. Bei einer erfolgreichen Verbindung besteht dann die Möglichkeit zum Abruf des Coupons.
Auch für Communities bieten sich Anknüpfungspunkte an die Idee des Location Based Service. Die Berliner Firma Qiro bietet so eine Handy-Software an, die als Grundfunktion die Ortung des Users ermöglicht. Zusätzlich kann die Software Mitglieder des Netzwerks in der Nähe sowie POIs wie Kinos und Geschäfte anzeigen. Dieses aktuelle Video veranschaulicht die Funktionsweise von Qiro:
Die Ortung wird dabei über die Signale, die Handys mit Funkmasten austauschen, realisiert. So ist Qiro auch auf Telefonen ohne GPS-Empfang lauffähig. Location Based Services, die auf Ortung via GPS oder Cell-ID basieren, haben jedoch mit Vorbehalten von Kundenseite zu kämpfen. Viele Menschen sehen den Gedanken, dauernd lokalisierbar zu sein, skeptisch. Sehr schön veranschaulicht das die überzogenen Reaktionen auf eine Entwicklung der brasilianischen Designerin Lucia Lorio, die Unterwäsche mit eingebautem GPS-Sender entwickelt hat.
Spiegel Online spricht in diesem Zusammenhang von einem “GPS-Keuschheitsgürtel” und übergeht die Tatsache, dass sich hier eine Designerin ein wenig ausgetobt hat und allein der Preis von ca. 1000 Dollar dafür sorgen wird, dass nicht massenweise Männer ihre Partnerinnen anhand ihrer Unterwäsche tracken werden. Für viele Menschen ist im Begriff der Ortung also die Überwachung implizit – für LBS-Anbieter gilt es folglich, Zweifel zu zerstreuen und den Mehrwert, der durch die Ortung entsteht, offensiv den befürchteten Nachteilen gegenüber zu stellen. Nur dann werden Location Based Services die hohen Erwartungen, die derzeit in sie gesetzt werden, erfüllen.
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