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Digital Trends

Phänomen iPhone

Ich blicke einmal in die Zukunft und prognostiziere, dass man sich in einigen Jahren fragen wird, warum die Menschen eigentlich gerade in den Jahren 2007 bis 2010 begannen, mit ihrem Telefon im Internet zu surfen. Welche möglichen Antworten wären zu erwarten?

Der erste Grund ist das iPhone. Schon kurz nach der Markteinführung gehörte Apples Telefon zum urbanen Agenturmenschen wie der Chai Latte und das zweite Frühstück. Dadurch, dass das Telefon konsequent mit Tarifen verkauft wird, bei denen das Surfen zumindest in Maßen inklusive ist, sind die iPhone-Besitzer besonders fleißig im Web unterwegs. Nutzungsstatistiken wie die von AdMob belegen diese Pionierleistung genauso wie die Tatsache, dass sich Angebote wie das Magazin „Spektacle“ für die Nutzung auf dem iPhone spezialisiert haben.

Der zweite Grund für den Durchbruch des Mobile Web ist meiner Meinung nach die zunehmende Verbreitung von WLAN-fähigen Handys. Meine These lautet ja, dass sich Konsumenten langsam an die Vorzüge der Webnutzung auf dem Telefon gewöhnen müssen. Das Angebot von kostenpflichtigen Datentarifen, wie sie Netzbetreiber derzeit anbieten, ist dafür nicht annähernd so gut geeignet wie die Gratis-Nutzung im heimischen WLAN-Netz. Das beginnt mit dem Synchronisieren des Mail-Accounts mit dem Handy, geht weiter mit ersten Gehversuchen mit dem mobilen Browser und endet bei der Installation von Multi-Messengern wie fring. Das Lesen von Nachrichten, eine schnelle Recherche bei Wikipedia oder die Nutzung von IMs, die vorher PC-gebunden waren, werden so nach und nach aufs Telefon transferiert.

Auch Programme, die online konfiguriert, aber offline genutzt werden können, bekommen durch WLAN-Handys einen Schub. Der Railnavigator der Deutschen Bahn ist dafür ein Paradebeispiel. Das Programm steht auf der Homepage der Bahn gratis zum Download zur Verfügung. Danach lassen sich die Verbindungsdaten für einzelne Strecken auswählen und auf das Telefon übertragen, wo die Informationen offline verfügbar sind. Regelmäßige Bahnfahrer werden den Railnavigator schnell schätzen lernen – vor allem, weil seine Nutzung nichts kostet.

Das Phänomen iPhone gepaart mit der Ausbreitung von WLAN-fähigen Handys – vielleicht ist es ja genau diese Kombination, die später als Ursache für den Beginn der flächendeckenden Ausbreitung des Mobile Web betrachtet wird.

Diskussion

3 Kommentare für “Phänomen iPhone”

  1. Na, da fehlt doch was? HSDPA zum Beispiel? Für einen noch größeren Treiber (zumindest künftig) halte ich allerdings die Social Networks. Denn die liefern endlich die Killerapplikation, nach der seit Jahren alle suchen: unterwegs das Netzwerk pflegen und immer den aktuellen Stand bei StudiVZ oder Facebook abgreifen – dafür gebe ich doch gerne ein paar Euro für eine Flatrate aus.

    Geschrieben von Uwe | 22. Dezember 2008, 21:05
  2. Ich glaube, der Schritt vor der intensiven Nutzung unterwegs, sei über UMTS, HSDPA oder später LTE oder WiMAX, steht oft eine intensive WLAN-Nutzung – sozusagen die Nutzung des Mobile Web mit doppeltem Boden, weil zu es nix zusätzlich kostet. Und den Social Networks würde ich raten, die Vorteile des Mediums Handy für die mobile Nutzung zu implementieren – z. B. Implementierung einer Karte, wo ich die Freunde gleich sehen kann etc.

    Geschrieben von Marc | 23. Dezember 2008, 12:09
  3. [...] Bold durch AT&T seit Anfang November zu. Auch der Einführung des iPhone wurde ja schon öfter zugeschrieben, die mobile Netznutzung befeuert zu [...]

    Geschrieben von Mobile Web-Nutzung legt 2008 weltweit stark zu | TechBanger.de | 24. Dezember 2008, 06:26

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