QR-Codes sind zweidimensionale Codes, die von Handys mit entsprechender Software mit der Kamera gescannt und entschlüsselt werden können. Sie enthalten meist kurze Texte oder Weblinks und bieten damit die Chance, gedruckte Inhalte in Zeitungen oder auf Plakaten mit virtuellen Inhalten zu erweitern – und damit eine gute Möglichkeit, um klassische Medien zu interaktivieren.
Das britische Magazin Spektacle, das 2007 auf den Markt kam, setzt beispielsweise auf Coding und hat es untrennbar mit seinem Konzept verzahnt. Das Magazin fügt zu jedem Artikel einen Code hinzu, hinter dem sich ein Link zu einer Website verbirgt. Dort werden zusätzliche Inhalte zum Thema des Textes veröffentlicht und laufend aktualisiert, sodass der Käufer auch lange nach dem Erscheinen des Magazins aktuell informiert wird. „Broadcasting on paper“ nennt Spektacle das Prinzip und verzahnt durch das Coding Off- und Online-Medium intelligent.
Nach einem Relaunch in den nächsten Wochen wird sich das Magazin explizit an iPhone-Nutzer richten und die mobilen Webseiten für die Anzeigemöglichkeiten dieses Geräts optimieren. John Noi von Spektacle zufolge sind Besitzer dieses Telefons am ehesten bereit, mobil zu surfen. Daher lohne es, das Angebot speziell auf sie auszurichten.
In Deutschland nutzt die Welt Kompakt QR-Codes. In diesem Video wird zunächst ihre Funktionsweise erklärt, dann berichtet Frank Schmiechen, stellvertretender Chefredakteur der Welt Kompakt, was ihn daran so fasziniert:
Bei allem Pioniergeist – noch fristen QR-Codes in Europa ein Schattendasein. Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Faktoren. Zum ersten die Technik: Viele Geräte besitzen schlicht keine entsprechende Software zum Einscannen. Nokia installiert sie nun auf einigen Geräten vor, und Roger Fischer, ein Anbieter von Coding-Lösungen, sieht in einem Interview bei persoenlich.com Licht am Ende des Tunnels und prognostiziert, dass „in absehbarer Zeit […] die Software in jedem gekauften Gerät Standard sein“ wird. Heute sind die meisten Geräte jedoch noch nicht in der Lage, Codes zu scannen – obwohl es bei Anbietern wie i-nigma oder KAYWA ganz einfach ist, sich einen Reader zu beschaffen.
Zum zweiten die Kosten: Viele scheuen die Gebühren, die durch die Internetnutzung auf dem Handy entstehen. Hier ist es an den Telekommunikationsanbietern, schnell für Kostentransparenz zu sorgen. Mit Abrechnungen je MB ist vielen Nutzern nicht geholfen, da sie den aufkommenden Traffic beim Scannen eines Codes nicht abschätzen können. Da helfen nur Flatrates weiter, um diese Sorge zu zerstreuen.
Um QR-Codes zum Durchbruch zu verhelfen, gilt es also, möglichst schnell diese Hürden zu nehmen – ansonsten bleibt der Technologie nur ein Nischendasein.
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