Der eigenwillige Geschmack und der cremige Schaum eines Guinness rühren aus dem hohen Stickstoffgehalt, der beim Zapfen neben der üblichen Kohlensäure zugesetzt wird. Was ein afrikanischer Besitzer einer Guinness-Tochter-Brauerei in Kamerun verzapft hat, wirkt dagegen ziemlich geschmacklos: Ein mobiler Reporter des Portals Voices of Africa dokumentierte mit seiner Handykamera, wie eine grüne Brühe aus den Anlagen trat und über Flüsse bis hinunter ins benachbarte Dorf schwappte. Nicht zuletzt wegen des Reports geriet Guinness unter Druck und musste das schmutzige Leck schließlich beheben.
Solche Berichte afrikanischer Bürgerjournalisten bündelt das Portal Voices of Africa und gibt sie über das Web an eine breitere Öffentlichkeit weiter. Weil ein etablierter, unabhängiger Journalismus als vierte Gewalt dort fehlt, mausern sich die mobilen Reporter zur aufklärenden Alternative. Grundsätzlich steht das Portal allen offen, die mit ihrem Handy brauchbare Berichte erstellen können. Der Initiator Africa Interactive Media Foundation setzt jedoch auch auf die Ausbildung von Reportern: Langfristig soll in jedem Land des Kontinents ein kleines Team mit pixelstarken Handys, faltbaren Tastaturen und dem nötigen Fachwissen ausgestattet werden. Dann können noch mehr „Camera Journalists“, oder kurz „Camjos“, ausschwärmen und zumindest aus den Gegenden mit GPRS-Abdeckung authentische und aktuelle Berichte liefern.
Diskussion
keine Kommentare für “Lauter im Netz: Voices of Africa”
Schreibe einen Kommentar