Anfang des neuen Jahrtausends begann man im finnischen Helsinki mit dem Plan, ganze Stadtteile mit kostenlosem Wi-Fi zu vernetzen, um den Bewohnern eine Umgebung mit persönlich zugeschnittenem Rundumservice zu ermöglichen. Damals wie heute waren RFID-Chips das Zaubermittel dafür. Seit 2005 plant man ähnliches im koreanischen Seoul – mit der gegenwärtigen Technologie: „u-City“ heißt das Projekt, wonach die IT-Infrastruktur eines Stadtbezirks oder gar einer ganzen Stadt bis in jede Privatwohnung integriert werden soll. Mittels RFID und WiMAX-Breitbandverbindung würde sich die hypertechnisierte Umwelt auf den Bürger einstellen und ihm ein angenehmes Serviceleben im Alltag bieten.
Ezra Jeoung, Chief Researcher der „Korea u-City Association“, plant aber noch mehr: Seine Vision ist „eine flächendeckende mobile Web 2.0-Infrastruktur“, wie er auf der WPBA-Bloggerkonferenz in Seoul erklärte. Über mobile soziale Netzwerke sollen demnach die Bewohner ihre persönlichen Erlebnisse an bestimmten Orten online speichern und so ihre reale Umgebung mit der virtuellen Welt verbinden. Jeoung bezeichnet es als „urban tapestry“, als urbanen Wandtteppich, auf dem jeder seine Erinnerungen für alle zugänglich hinterlässt – auf diese Weise wachse und gedeihe in einer „allgegenwärtigen Gesellschaft“ eine kollektive Intelligenz.

RFID-Besucherausweis
Bedenken wegen des Datenschutzes und der Wahrung der Privatsphäre gibt es keine. Es soll scheinbar eher spielerisch zugehen, wenn man sich die geplanten Anwendungen im Ausstellungsgebäude der Digital Media City in Seoul anschaut: Dort sind jede Menge projizierte Bedienoberflächen zu sehen, mit denen sich eine Wohnung über Bewegungssensoren steuern lässt – geeignet auch zum Musikmachen. Ebenfalls hilfreich: Laserscanner messen den persönlichen BMI und geben Tipps zum Abspecken und kleine Hausroboter sorgen für saubere Fußböden.

Musikanwendung, bei der die Spielsteine auf einem Brett den Synthesizer steuern
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