Barcodescanner für Handys sind inzwischen für immer mehr Modelle verfügbar.
Für das T-Mobile G1 kann der Nutzer beispielsweise zwischen barcoo aus Deutschland sowie SnapTella und ShopSavvy aus den USA wählen, um nur einige zu nennen. In der Funktionsweise ähneln sich die Programme, sodass das Video von barcoo stellvertretend das Prinzip von Barcodescannern auf dem Handy erklären darf:
Das Potenzial dieser Anwendungen ist enorm – stehen sie doch für die Möglichkeit, absolute Preis- und Produkttransparenz zu erreichen. Sieht ein Kunde beispielsweise in einem Geschäft einen Fernseher, den er kaufen möchte, genügt in Zukunft das Scannen des Codes und er bekommt die Preise des Geräts bei verschiedenen Online-Händlern sowie Bewertungen aus Foren und Produkttests direkt auf seinem Handy angezeigt. Ist der Fernseher allgemein gut bewertet und in einem anderen Geschäft erheblich günstiger, kann er ihn sofort online über sein Handy bestellen. So wachsen Einkaufsbummel und Shopping-Erlebnis mit der Welt des Online-Shopping zusammen .
Die meisten Applikationen, die ich auf dem T-Mobile G1 getestet habe, funktionieren bereits recht gut. Das Scannen der Codes geht bei ordentlichen Lichtverhältnissen in wenigen Sekunden. Nicht immer jedoch gelingt es den Programmen, den identifizierten Codes Produkte zuzuordnen. Beim Buch „Babuschkas Töchter“ von Oksana Robski, das ich zum Testen verwendet habe, konnte SnapTell mit dem Code nichts anfangen, während barcoo und ShopSavvy Angebote verschiedener Anbieter präsentierten. Barcoo bietet auch Links zum Wikipedia-Artikel über die Autorin – ein praktischer Service, um über den Klappentext hinaus mehr über ein Buch zu erfahren. Bei einem anderen Produkt, einer Platte von D12, überzeugten erneut barcoo und ShopSavvy, die diverse Shops fanden, wo das Album zu kaufen war. SnapTell konnte den Code nicht zuordnen und hat in meinem kleinen Feldversuch über das Barcodescanning auf dem Handy somit nicht überzeugen können. Dafür beeindruckt die Bilderkennung der Software, die fotografierte Buch- und CD-Cover erkennt. Sie konnte das D12-Cover ebenso identifizieren wie die verschiedener Bücher, die ich ausprobiert habe. Vielleicht sollte SnapTell sich besser auf dieses ebenso spannende Gebiet konzentrieren.
Schon heute also kann das Handy helfen, das Web beim Einkauf dafür zu nutzen, mehr über ein Produkt zu erfahren und es gegebenenfalls andernorts günstiger zu kaufen. Die weitere Ausbreitung solcher Programme wird für Geschäfte wie die großen Elektrohandelsketten sicher spürbare Auswirkungen haben und langfristig sogar die etablierten Point-of-Sale-Strukturen bedrohen – es wird spannend sein, zu sehen, wann die Betroffenen das realisieren und wie sie darauf reagieren.
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