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Digital Trends

Handys – die Reiseführer der Zukunft?

Dass aktuelle Handys zum Reiseführer werden können, ist anhand des Beispiels Mobikasi aus Südafrika hier bei Trendmobi schon einmal behandelt worden. Auch andere Anbieter schicken sich nun an, das Telefon zum Reiseassistenten zu machen. Marco Polo setzt dabei auf das iPhone und bietet seit Anfang 2009 im App Store Applikationen mit dem Namen CityGuide für 3,99 Euro pro Ausgabe an. Erhältlich ist das Programm für über 40 europäische Städte. Nach der Installation sind reiseführertypische Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Bars und Restaurants sowie Shopping- und Hoteltipps auf dem iPhone verfügbar. Den Kommentaren von Nutzern zufolge kann die Applikation jedoch noch nicht überzeugen. Viele Anwender beklagen veraltete und unvollständige Daten. Hier gilt es für das Unternehmen nachzubessern und zügig aktualisierte Versionen zu liefern, bevor der Kommentatorenzorn weitere potenzielle Käufer abschreckt und die Marke nachhaltig beschädigt. Die angekündigten Weiterentwicklungen machen jedenfalls Hoffnung, dass Marco Polo die Idee des Reiseführers auf dem Handy ernst nimmt und weiter ausbauen will. Unter anderem werden interaktive Stadtpläne und das Integrieren von Kommentaren in die Applikation in Aussicht gestellt, wodurch die Aktualität der Informationen durch die Nutzer selbst geleistet wird.

Die Konkurrenz schläft jedenfalls nicht: So hat Merian jüngst bekannt gegeben, eine den CityGuides ähnliche Applikation ab Mitte März für fünf Euro im App Store anzubieten.

Eine auf Augmented Reality basierende Anwendung für Touristen präsentiert das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (Fraunhofer IGD) auf der CeBIT in Hannover. Dabei betrachtet der Nutzer eine Sehenswürdigkeit durch die Handykamera und bekommt historische Fotografien des Gebäudes eingeblendet. Auf diese Weise wird die Entwicklung eines Gebäudes oder eines Platzes sichtbar gemacht und der Anwender kann Michael Zöllner vom Fraunhofer IGD zufolge „Geschichte live erleben“.

Für die Realisierung wurde unter anderem mit dem Landesarchiv Berlin zusammengearbeitet. Auf der diesjährigen CeBIT wurde die Applikation anhand des Brandenburger Tors und des Reichstags erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Über Pläne für Partnerschaften mit Handyherstellern oder Anbietern von Reiseführern ist nichts bekannt.

Die Entwicklung vom Handy zum Reiseführer steht, so zeigen es die Beispiele, noch ganz am Anfang. So gut die Idee von Marco Polo auch ist, die Inhalte ihrer Reiseführer fürs Handy aufzubereiten, so enttäuscht zeigen sich viele Nutzer von der Umsetzung. Ein Partner wie das Fraunhofer IGD und die Implementierung einer Applikation, wie sie erst vor Kurzem auf der CeBIT gezeigt wurde, wären hingegen ein echter multimedialer Mehrwert gegenüber der gedruckten Konkurrenz. Auch die Ortungsmöglichkeiten von Mobiltelefonen sollte bei Reiseführern stets optional verfügbar sein, um auf einen Blick zu sehen, wo ich mich befinde und was es Spannendes in der Umgebung zu entdecken gibt. Es existiert also noch Raum für Verbesserungen, doch das Blättern im Reiseführer und das Hantieren mit unförmigen Stadtplänen gehört sicher bald der Vergangenheit an.

Diskussion

1 Kommentar für “Handys – die Reiseführer der Zukunft?”

  1. Interessant sind sicher auch Web 2.0 Angebote, wie Qype oder besser noch, das “Qype Radar” für iPhone und iPod Touch … ,-)

    Geschrieben von Neysters | 14. März 2009, 14:42

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