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Mobiles Afrika

Jeffrey Sachs: Mit Mobiltelefonen gegen die Armut

Jeffrey Sachs ist ein weltweit hoch geschätzter Arzt – obwohl er keine medizinische Ausbildung hat. Wann immer einem Land der wirtschaftliche Herzstillstand drohte, wurde Notarzt Sachs eingeflogen. Er erstellte schnell eine Diagnose und begann sogleich mit der Notoperation. Als einen „klinischen Ökonomen“ sieht er sich selbst. Seine Methode, die so genannte Schocktherapie, ist nicht unumstritten, da sie drastische Einschnitte forderte. Doch in vielen Ländern konnte Doktor Sachs aus Harvard Erfolge verzeichnen. Nach Beratungen für Regierungen aus Südamerika und Asien entdeckte Sachs 1995 sein Interesse für Afrika und die dortige Armut. Es scheint nahe liegend, dass der 55-Jährige, der in 75 Ländern gearbeitet hat, Leiter des riesigen Earth Institutes der Columbia Universität ist und die UN bei der Verwirklichung ihrer Millenniumsziele berät.

(Jeffrey Sachs)

In einem Interview mit der Redaktion von allAfrica hob Sachs nun das immense Potenzial von Mobiltelefonen als Fortschrittsmotor hervor. Ländliche Armut sei vor allem durch ökonomische Isolation verursacht. „Gemeinden, die keine motorisierten Transportmöglichkeiten, Straßen oder Stromanschluss haben, leben für sich selbst. Informationen über Preise auf dem nächstgelegenen Markt erhalten, Transaktionen oder einen Notruf machen oder einfach einen Laster mieten – das war unmöglich, bevor es Mobiltelefone gab.“

Sachs´ Earth Institute ist auch für die Betreuung der Millennium Dörfer zuständig. Hier versucht die UN beispielhaft zu zeigen, wie Gemeinden sich mit ausgewählten Technologien selbst helfen können und die für 2015 anvisierten Millenniumsziele erreichen. Viele dieser oft weit abgelegenen Dörfer wurden mittlerweile mit dem Mobilfunknetz oder sogar WLAN-Internet verbunden. Sachs konnte beobachten, dass ein paar Mobiltelefone genügen und man schon „kleine Geschäfte machen, Kunden finden oder Ware ordern“ kann. Der Harvard-Professor sieht nun auch in Afrika die 3G-Zeit kommen: Mit diesem auch unter UMTS bekannten Mobilfunkstandard wird es möglich sein, mit dem Handy das Internet besser zu nutzen. Trotzdem fehle immer noch vor allem in Ostafrika die wichtige Breitbandkabelanbindung. Ein Unterseekabel solle aber noch in diesem Jahr verlegt werden und so die Verbindung zum Rückgrat des globalen Internets herstellen. Denn das Mobilfunknetz kann ein zukunftsfähiges Internet in Afrika allein nicht stemmen. „Ein dramatischer Anstieg bei der Verlegung von Kabeln wird nötig sein.“

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