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Mobile Applikationen

Mit Qype Radar durch den Hamburger Großstadtdschungel

Das Internet ist voll mit nützlichen Informationen, die jedoch leider größtenteils immer noch über den PC an den heimischen Schreibtisch gebunden sind. Moderne Handsets und immer schnellere mobile Datenverbindungen kappen jetzt zunehmend die Schnur und erlauben es, die Mehrwerte von Social Websites auch unterwegs zu genießen. Wir machen den Test in freier Wildbahn und nehmen die mobile Anwendung “Qype Radar” von Europas größtem Empfehlungsportal für Lokales mit auf die Straße.

Ratlos in Hamburg. Wo gibt es den besten Döner und wo kann man zum Friseur gehen, ohne dass danach der Anwalt konsultiert werden muss? Hier hilft das Portal www.qype.de mit seiner riesigen Community, die das Portal mit 7 Millionen Nutzern im Monat zum führenden Empfehlungs- und Stadtmagazin in Deutschland, England und Frankreich macht. Dort finden sich von den Usern bewertete Restaurants und Bars, Shops, Vereine und Dienstleister. Einfach den gesuchten Ort zusammen mit Straße, Ort oder Postleitzahl eintragen und die gefundenen Plätze im Umkreis werden angezeigt. Ideal, um den Brunch am Sonntag oder den spontanen Trip ins Nachtleben zu planen – aber eben nur vom heimischen Rechner aus.

Dies soll die mobile Anwendung Qype Radar ändern. Das Tool ist für das iPhone und neu auch für das T-Mobile Google Android-Handy G1 erhältlich. Es schrumpft die Funktionen von Qype auf handliche Größe. Getestet habe ich das Tool auf dem T-Mobile G1: Das Runterladen und Installieren geht erfreulich schnell ohne Kabelsalat und zusätzliche Programme über den Android Market. Dort wählt man einfach über die Suche das gewünschte App aus, dann nur noch downloaden, installieren, fertig.

Jetzt kann’s losgehen: Gesucht wird ein fähiger Friseur im Hamburger Schanzenviertel. Nach der Eingabe zeigt das App die passenden Plätze in der Nähe. Praktisch: Zu den einzelnen Läden lassen sich auch die bereits von Usern geposteten Bewertungen abrufen. Auch die Kontaktdaten sowie die Adressen der Plätze sind verzeichnet.

Nachdem nun der passende Friseur ausgesucht und vorher in den Bewertungen gecheckt wurde, dass dort zuvor niemand mit schweren, seelischen oder gar körperlichen Verletzungen nach Hause geschickt wurde, geht es ab auf die Straße. Qype Radar übergibt dafür die Adressdaten direkt an die Google Maps Applikation, die eine Routenführung zum Zielort anbietet.

Das Cell Location Feature, bei dem der ungefähre, eigene Standpunkt mit Hilfe der aktuellen Mobilfunk Sendezelle ermittelt wird, verkürzt die Wartezeit bis der Kontakt zum GPS Satelliten aufgebaut ist. Vielen Besitzern von Handheld-Navigationsgeräten ist dieses Übel wohl bekannt. Auf der Straße sind Leidensgenossen gut durch wünschelrutenartig gen Himmel gestreckte Arme mit Navigeräten zu erkennen. Warten auf Kontakt. Ein dickes Plus für die Handynavigation.

Weniger gut schneidet Google Maps bei der Routenführung durch den Großstadt-dschungel ab. Am nervigsten empfand ich, dass sich die Karte nicht automatisch nach Norden ausrichtet, obwohl das G1 doch einen eingebauten Kompass mit an Board hat. Die Karte bleibt starr, die Fahrtrichtung muss im Kopf umgedreht werden, was vor allem im Stadtverkehr nervt. Auch auf Fahrtrichtungsanzeigen oder gar Sprachbefehle muss verzichtet werden. Dafür lässt sich die Karte per Fingerstupps auf dem Touchscreen beliebig verschieben und skalieren, und navigiert ansonsten tadellos.

Am Zielort angekommen. Ab hier endet vorerst der Funktionsumfang von Qype Radar. Das App beschränkt sich in der aktuellen Version auf das reine Finden von Plätzen. Spannender wäre es, wenn es zukünftig möglich sein wird, direkt vom Handy aus Plätze selber zu beurteilen, anzulegen oder mit dem Handy aufgenommene Fotos hinzuzufügen. Was ich als aktiver Qype-Nutzer vermisst habe, ist die Schnittstelle zu den eigenen Qype Daten wie den letzten Bewertungen oder liebsten Plätzen. Eine weitere, spannende Zukunftsversion wäre der Ansatz von Google Latitude. Also anderen Qype-Nutzern und Freunden mitzuteilen, wenn man beispielsweise gerade in der Lieblingskneipe sitzt und Lust hat auf einen Plausch.

Mein Fazit: Qype Radar eignet sich hervorragend, um Plätze und Dienstleister in der Umgebung zu finden. Das App arbeitet auch einwandfrei ohne aktive GPS-Verbindung, indem man einfach den eigenen Standort von Hand einträgt. Schade jedoch, dass bei der Ankunft beim Friseur, in der Bar oder im Restaurant der Funktionsumfang aufhört. Hier wünscht man sich als aktiver Nutzer einfach mehr Möglichkeiten und Features.

Diskussion

14 Kommentare für “Mit Qype Radar durch den Hamburger Großstadtdschungel”

  1. Hallo,
    und tausend Dank für des Feedback!
    Mit der am 9. April erschienen Version 2 von Qype Radar für Android kann nun auch unterwegs Beiträge schreiben und Fotos hochladen. Zu haben im Android Market, weitere Infos hier:
    http://de.blog.qype.com/2009/04/09/unterwegs-beitrage-schreiben-mit-der-version-2-von-qype-radar-fur-google-android/

    Geschrieben von Stephan Mosel (Qype) | 20. April 2009, 10:48
  2. Nachtrag: Mit der aktuellen Version 2.0 von Qype Radar für Android kann man jetzt auch Beiträge schreiben und Fotos hochladen. http://is.gd/rzOw. Danke an Qype für den Hinweis via Twitter unter http://twitter.com/Qype/.

    Geschrieben von Sven Wiesner | 20. April 2009, 10:54
  3. Schöner Beitrag, Sven!
    Ich benutze Qype Radar nun auch schon länger und bin wirklich überrascht, wie gut das Handling und die Benutzerfreundlichkeit sind.

    Version 2.0 habe ich nun seit einer Woche im Test, bin aber noch nicht so ganz überzeugt, was das Schreiben von Beiträgen angeht. Das könnte alles noch ein wenig besser und intuitiver sein.

    Dennoch würde ich die Note 2+ geben… Aber wir sind ja nicht in der Schule ;-)

    Geschrieben von Tim Czubayko | 20. April 2009, 11:03
  4. Hey Tim, ich hab die Version 2.0 gerade geladen und werd’s gleich mal testen wenn es zum Mittagstisch geht. Grundsätzlich ist das App ein echter Mehrwert, vor allem dadurch dass die Standortbestimmung quasi “sofort” gelingt (nicht wie bei reinen GPS-Navis, bei denen die Verbindung oft lang braucht) macht die ganze Sache richtig Spaß. Bin gespannt wie sich die neue Version so macht.

    Geschrieben von Sven Wiesner | 20. April 2009, 12:10
  5. Geiler Beitrag. Ich glaube, sowas muss ich auch haben. Ist ja mehr als nützlich. Zumal ich beruflich ja auch oft in diversen Städten unterwegs bin.

    Geschrieben von caschy | 20. April 2009, 12:13
  6. Wenn es die App für S60 gibt, würde ich es testen…

    Geschrieben von Olli | 20. April 2009, 12:16
  7. @Caschy, wenn man so orientierungslos ist wie ich kann so ein App auf dem Handy Leben retten! @Olli, eine Symbian Version gibt es meines Wissens nicht und ist auch nicht geplant.

    Geschrieben von Sven Wiesner | 20. April 2009, 12:25
  8. Übrigens ist Qype auch in die aktuelle Version von Wikitude integriert (Augmented Reality App für Android). Man hat damit also die Möglichkeit, durch die Kamera des G1 die Läden der Reeperbahn inkl. Qype-Bewertung zu sehen. Sehr abgefahrener Spaß!

    Geschrieben von Mark Heising | 20. April 2009, 12:30
  9. Das is ja der Hammer – genau dieses Partnern vom Qype Radar mit Wikitude war meine Vision für den nächsten Schritt von AR… http://trendmobi.de/index.php/2009/02/das-handy-als-enabler-von-augmented-reality/

    Geschrieben von Marc | 20. April 2009, 12:35
  10. @Marc Da siehst du mal, wie weit vorne Du warst mit dem Post ;-) Die Integration von Qype hat Mobilzy u.a. auf der re:publica bekanntgegeben

    Geschrieben von Mark Heising | 20. April 2009, 12:40
  11. Hey ich hab diese App seit vorgestern auf meinem Phone und es hat mir dadurch den besten Burgerbrater im Kiez gezeigt. Nur zwei Straßen weiter und sonst immer übersehen.

    Netter Beitrag, by the way!

    Geschrieben von Max Funk | 20. April 2009, 12:42
  12. @Mark @Marc, Augmented Reality rockt, ganz großes Kino. Bin mal gespannt was da noch weiter passiert.

    @Max danke, hab dank Qype auch schon einige Glückstreffer gelandet.

    Geschrieben von Sven Wiesner | 20. April 2009, 13:20
  13. [...] Wiesner hat für Trendmobi Qype Radar für Android umfangreich getestet, und ist begeistert: Qype Radar eignet sich hervorragend, um Plätze und Dienstleister in der [...]

    Geschrieben von QYPE*Vibes » Qype Radar bei Trendmobi | 20. April 2009, 14:39
  14. Danke für die guten Infos. Ich selbst bin weder Besiter eines G1 noch eines iPhones. Ich denke dass ich damit auch noch ein wenig warte bis die Applikationen reifer sind und die von dir angesprochenen Features unterstützen.

    Geschrieben von kopfbunt | 20. April 2009, 16:27

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