Das Handy ist in Afrika oft eine effiziente Abkürzung. Gerade in infrastrukturell unterentwickelten, ländlichen Gebieten, wo es kaum Festnetz gibt, hat es sich durchgesetzt. Und nun könnte es auch noch Bankkonten überflüssig machen.
Dass der Geldtransfer per SMS funktioniert, zeigt das System M-Pesa, das von der kenianischen Mobilfunkfirma Safaricom und Vodafone entwickelt wurde. Man schickt eine SMS mit dem gewünschten Betrag und der Empfänger geht zum Supermarkt, zur Tankstelle oder eben in eine Safaricom-Filiale und lässt sich sein Guthaben auszahlen.
Dieses einfache Prinzip hat sich nun auch die irische Entwicklungshilfe-Organisation Concern Worlwide zunutze gemacht. Ende 2007 forderten blutige Ausschreitungen nach der Wahl in Kenia über zwei Monate hinweg rund 1500 Todesopfer, 600.000 Menschen mussten fliehen. Viele von ihnen verloren nicht nur Vieh und Getreidevorräte, es wurden auch wichtige Haushaltsartikel wie etwa Kochgeschirr geraubt.
Doch wie nun Entwicklungshilfe leisten, die gezielt ankommt? Concern nutzte M-Pesa in einem Pilotprojekt im Kerio Valley und suchte wenige Monate nach den Unruhen 571 Haushalte aus, die insgesamt rund 3700 Menschen repräsentierten. In Zehnergruppen aufgeteilt, erhielt jede Gruppe ein Handy und eine SIM-Karte, später erhielt jeder eine SIM-Karte und es wurden teilweise die Handys gemeinsam benutzt. Concern schickte per SMS die Hilfs-Gelder auf die SIM-Karten.
Dass das Projekt ein Erfolg war, lässt sich aus einer von Concern nun veröffentlichten Evaluierung (pdf, wem dies zu lang ist, hier eine Zusammenfassung) schließen. Es gab keine Unruhen bei der Einlösung der per SMS geschickten Guthaben in Bargeld und 70 Prozent des Geldes investierten die Menschen in Nahrungsmittel. Der Rest wurde für Transport und Dinge wie eben das Kochgeschirr ausgegeben. Auch verlief die Verteilung innerhalb der Gruppen reibungslos. Dass die Hilfsgelder nicht für Unsinn verschwendet wurden, lag wohl auch am Geschlecht ihrer Empfänger: Die SIM-Karten wurden ausschließlich den Frauen ausgehändigt.
[...] [via Trendmobi] Wozu ein Konto, wenn es Geldtransfer-Dienste per SMS gibt? In Kenia konnte dieses Prinzip … http://ur1.ca/3zi5 [...]
[...] von Trendmobi [...]
[...] Blog von T-Mobile dokumentiert, wie die Mobilfunktechnologie zur Entwicklung Afrikas beiträgt: SMS-Dienste vereinfachen die Entwicklungszusammenarbeit, Daten werden mit dem Handy gesammelt und der renommierte Ökonom Jeffrey Sachs hebt das immense [...]