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Mobiles Afrika

„Mobile Tech 4 Social Change“: Kosten und Angst vor Öffentlichkeit die größten Hürden

Beim Barcamp „Mobile Tech 4 Social Change“ in London kamen Diplomaten, App-Entwickler und Futurologen zusammen, um Handys als dezentrales Kommunikationsmittel für soziale Zwecke einzusetzen. Als besonders sensibel erwies sich das Thema „Afrika“, denn für viele der in den Fokus genommenen sozialen Missstände ist und bleibt der Kontinent das meist zitierte Paradebeispiel.

In einer Simulationsübung des Futurologen Scott Smith wurde schnell klar, dass sich mit Foto-Handys zwar potenziell Menschenrechtsverletzungen dokumentieren lassen und diese Darstellungen so zu deren Aufklärung beitragen könnten; die tief verwurzelten Ängste vor Öffentlichkeit und „Erkennbarkeit“ in Regionen wie Darfur im Sudan sind damit aber als größte Hürde noch lange nicht überwunden. Zwar steuerte der Israeli Oren Yakobovich von B´Tselem erste Erfolgsgeschichten von Aufklärungsvideos aus dem Gaza-Streifen bei. Doch auch hier wies eine erfahrene britische Diplomatin auf die berechtigte Sorge des möglichen Missbrauchs hin. So könne kaum überprüft werden, ob und inwieweit diese Videos echt seien und nicht lediglich hochgeladen würden, um weitere Gewalt gegen die israelische Seite zu provozieren. Auch die Idee der digitalen Finanzspritze via mobiler Kleinspenden – und unter Umgehung der Banken oder korrupter Staatschefs – wurde von erfahrenen Experten schnell ins rechte Licht gerückt: Solange die mobile Infrastruktur nicht für alle Teilnehmer gleichermaßen kostengünstig ist, entstünden hier neue Ungleichheiten. 

 

 

Trotz aller berechtigter Skepsis überwogen jedoch am Ende des Tages die kreativen Ideen und die Freude an der gemeinsamen Lösungssuche. Gute Beispiele aus Kenia, wo vor rund anderthalb Jahren nach den Ausschreitungen rund um die Neuwahlen Handys zur Gründung der Plattform Uhsahidi führten, zeigen, wohin die Reise gehen kann – nicht zuletzt auch, weil sich hier Menschen trotz der Angst vor dem Eingriff in Persönlichkeitsrechte via Bluetooth vernetzt haben, um unbeobachtet von staatlichen Netz-Anbietern dennoch zu kommunizieren. Und auch die Tatsache, dass Camps wie dieses auch jenseits der westlichen Hemisphäre in Kapstadt und Kenia selbst stattfinden, belegt, dass Handys als wesentlicher Faktor sozialen Wandels in Afrika anerkannt werden – wenngleich es noch viele technische wie kulturelle Hürden zu überwinden gilt.

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