Jetzt sollen Mobilfunknetze und Handys bei einem Phänomen helfen, das einen mächtigen Einfluss auf die Menschen hat und doch nicht kontrollierbar ist: das Wetter. Wir können Regen, Frost und Sonnenschein lediglich so genau wie möglich vorhersagen. Als technische Hilfsmittel nutzen die Wetterdienste dazu nicht nur Satelliten, sondern auch Wetterstationen. Über Europa verteilen sich mehrere Tausend solcher Wetterstationen, der Deutsche Wetterdienst greift auf Daten von 800 so genannten online Wetterstationen zurück.
Über Afrika verteilen sich dagegen weniger als 200 Wetterstationen, das sind achtmal weniger als von der World Metrological Organisation (WMO) empfohlen. Das Mobilfunknetz dagegen ist in Afrika gut ausgebaut und wächst rasant weiter.
Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan stellte nun als Präsident des Global Humanitarian Forums (GHF) eine neue, groß angelegte Initiative vor: Weather Info for All. Zusammen mit der WMO, dem Mobilfunkanbieter Zain, Ericsson und dem Earth Institute der Columbia University sollen in den nächsten Jahren 5.000 neue Wetterstationen in unmittelbarer Nähe von Mobilfunkmasten und anderen Knotenpunkten des Mobilfunknetzes aufgestellt werden, berichtet der Blog ITnews Africa.
Denn auch wenn der Klimawandel gebremst werden kann, wird sich das Wetter ändern und eine Vorhersage umso wichtiger. Schon jetzt sind die Auswirkungen immens: Einem Bericht des GHF zufolge sterben schon jetzt 300.000 Menschen pro Jahr an den Folgen des Klimawandels, 300 Millionen sind ernsthaft betroffen, der wirtschaftliche Schaden summiert sich auf 125 Milliarden US-Dollar. Die Schätzungen gehen davon aus, dass sich diese Zahlen bis 2030 grob verdoppeln.
Ein Viertel des ökonomischen Schadens trägt Subsahara-Afrika. Der Kontinent ist von Dürre und Überflutungen bedroht, in einigen Regionen, so die Schätzungen, könnten sich die Agrarerträge bis 2020 halbieren.
Kofi Annan sagte: „Die Ärmsten der Welt können sich auch am wenigsten vor dem Klimawandel und den Folgen schützen. Heute findet man aber Mobilfunktürme in fast jeder Ecke Afrikas. Es war uns nicht möglich, eine Wetterüberwachung in solch großem Maßstab durchzuführen – bis jetzt.“
Die digitalen Wetterstationen werden über das Mobilfunknetz miteinander verbunden. Da in Afrika etwa 70 Prozent der Menschen (etwa 700 Millionen) vom Ackerbau und 95 Prozent der Felder vom Regen abhängig sind, ist es besonders wichtig, dass die Wetterinformationen und -vorhersagen diese Menschen erreichen. Deshalb wird Ericsson die passenden Mobilfunkapplikationen entwickeln.
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