// du liest...

Digital Trends

User Generated Navigation aus Israel

Das israelische Startup Waze bietet eine Navigationssoftware für GPS-fähige Handys, bei der die Routenempfehlung stets auf den aktuellen Bewegungsprofilen und Erfahrungen der anderen Nutzer basiert. Waze nennt dieses Projekt „the first dynamic driving map reflecting the roads right now“ und sagt damit etablierten Anbietern von Navigationsgeräten den Kampf an.

 

Ganz neu ist der Gedanke, Navigation durch die Nutzer verbessern zu lassen, nicht. TomTom hat bereits 2007 das System Map Share vorgestellt, bei dem Nutzer Karten verändern und anderen TomTom-Besitzern zur Verfügung stellen können. Dieses Video demonstriert, wie einfach Karten durch ein bisschen Crowdsourcing verbessert werden können:

 

Das Video zeigt auf den ersten Blick jedoch bereits zwei Probleme auf: Erstens muss der Nutzer sein Gerät nach der Fahrt extra an einen Rechner anschließen, um die Daten zu übertragen, und zweitens wird die Karte so erst lange Zeit nach der Fahrt aktualisiert, sodass noch viele TomTom-Nutzer an der gleichen Stelle in die Sackgasse fahren könnten. TomToms Lösung hat also das Problem, dass die Erkenntnisse der Nutzer nicht sofort auf die Routenplanung Einfluss nehmen.

 

Waze hingegen basiert auf genau diesen Echtzeit-Erfahrungen, die seine Nutzer im Verkehr machen. Aus den Bewegungen, die per GPS getrackt werden, erstellt Waze stets genau die Route, die in der aktuellen Situation die beste ist. So kann ein Müllwagen, der für zehn Minuten eine Straße verstopft, von keiner herkömmlichen Navigationssoftware berücksichtigt werden – Waze könnte das theoretisch hingegen schon und dem Nutzer genau für diese Zeit Alternativroute berechnen.

 

Die Leistungsstärke einer solchen Anwendung steht und fällt natürlich mit der Anzahl der User. Je mehr Menschen das Programm nutzen, desto aussagekräftiger und detaillierter wird die Datenbasis, auf deren Grundlage Waze die Autofahrer leitet. Wie groß die Abhängigkeit von einer großen Community ist, zeigt  Waze-CEO Noam Bardin am Ende seiner Präsentation bei der O’Reilly Where 2.0 Conference 2009, indem er aktuelle Karten aus San Francisco und Tel Aviv gegenüberstellt:

 

Während Tel Aviv also weitgehend erschlossen ist, reichen die Alpha-Pioniere in San Francisco kaum aus, um eine vernünftige Kartenansicht zu generieren. Vielleicht sollte Waze versuchen, in neuen Städten mit öffentlichen Verkehrsbetrieben, Taxifirmen oder Kurieren zusammen zu arbeiten, um schnell eine gute Kartenbasis zu erhalten. So können dann auch skeptische Nutzer leichter überzeugt werden, auf User Generated Navigation umzusteigen.

Diskussion

keine Kommentare für “User Generated Navigation aus Israel”

Schreibe einen Kommentar