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Mobiles Afrika

Jetzt kommt´s armdick: Das neue Kabel für Afrika

Nicht schlechtes Wetter, technische Probleme oder unterschätzte Kosten, sondern archaisch anmutende Piraterie war der Grund dafür, warum die digitale Zukunft in Ostafrika einen Monat Verspätung hatte. Die digitale Zukunft, das ist in diesem Fall das erste Glasfaserkabel, welches Ostafrika mit Europa und Südostasien verbindet: Seacom. Weil die Piraten vor Somalia für das Kabelschiff, das von Indien kam, eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellten und die Vorsichtsmaßnahmen Zeit kosteten, konnte die gleichnamige Firma die neue Leitung erst am 23. Juli dieses Jahres mit den ersten Daten fluten.

  

 

 Seacom Cable System Map

 

Als sich das Schiff den piratösen Gewässern vor dem Horn von Afrika näherte, wurde Seacom nervös. Die Position des Kabelschiffes wurde nun nicht mehr auf der Webseite angezeigt und da das Gerücht umging, dass die Piraten in dem Schiff eine ganz spezielle und wertvolle Beute sahen, heuerte Seacom schließlich bewaffneten Begleitschutz an. Damit gelang es, sich unbeschadet durch die gefährlichen Gewässer fortzubewegen.

  

Nun ist es also verlegt, verlinkt und es fließen die ersten Daten durch das gut 15.000 Kilometer lange Glasfaserkabel. Es verbindet Südafrika, Mosambik, Madagaskar, Tansania und Kenia (und damit indirekt auch die Piraten von Somalia) mit Europa und Indien, also Südostasien. Während viele Staaten Westafrikas bereits mit dem SAT-3/Safe-Kabel mit Europa vernabelt sind, war Ostafrika bislang auf Satelliten-Internet angewiesen. Das ist langsam, wetteranfällig und vor allem teuer: Zwischen 7500 bis 12.000 US-Dollar pro Mbit/s und Monat kostete der Umweg übers All. Die Kosten sollen durch die neue Glasfaserverbindung auf etwa 500 bis 800 US-Dollar pro Mbit/s und Monat fallen. Die Übertragungsleistung des neuen Kabels von 1,28 Terabit pro Sekunde entsprechen etwa 1,6 Millionen simultan gestreamten YouTube-Videos. Das wird auch die vielen Skype-User freuen, die per Voice over IP von Afrika nach Europa telefonieren.

 

Seacom ist ein privat finanziertes Unternehmen, das sich zu 75 Prozent im Besitz afrikanischer Investoren befindet. Es ist eines von drei großen Kabelprojekten, die sich um Afrika ranken und auch konkurrieren. So soll das Projekt EASSy für einen noch besseren Anschluss Ostafrikas sorgen, während TEAMS Kenia mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verbinden wird.

 

 

 

Die digitale Kluft zwischen Afrika und Europa wird also sozusagen mit einer Dreifach-Naht geschlossen. Dadurch kann dort das Internet nicht nur in vollem Audio- und Videoumfang am Computer oder auf dem Handy genutzt werden. Im Falle von Südafrika stehen dem Land im nächsten Jahr besonders verschärfte Übertragungsanforderungen bevor. Denn dann will die ganze Welt live dabei sein, wenn es heißt: Fußball WM 2010.

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