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Digital Trends

Wählen mit dem Handy

Belebendes Element für die Wahlbeteiligung oder Sicherheitsrisiko für freie Wahlen? Die Meinungen über das Wählen mit dem Handy gehen weit auseinander. In einigen Ländern ist die Stimmabgabe per Handy bereits möglich, viele andere Staaten planen eine Einführung. Dabei werden verschiedene Konzepte eingesetzt, mit denen das „m-voting“ realisiert wird.

 

Erstmals wurde das Handy bei einer Wahl in der Schweiz zugelassen. Dort wurde 2005 in Bülach im Kanton Zürich über die Einführung von Tempo-30-Zonen abgestimmt, wobei die Bürger ihre Stimme per SMS abgeben konnten. Dafür lag den Wahlunterlagen ein PIN-Code bei, der unter einem Siegel verborgen war. Wer mit dem Telefon abstimmen wollte, rubbelte den Code frei und schrieb ihn mit in die SMS. Wer dann versuchte, im Wahllokal noch einmal seine Stimme abzugeben, flog dadurch auf, dass das Siegel in seinen Unterlagen beschädigt war – eine simple, aber gute Lösung, um auszuschließen, dass ein Bürger doppelt abstimmt. Insgesamt gaben 11,6 Prozent der Bülacher ihre Stimme per SMS ab und sorgten so für eine außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung von 41,5 Prozent.

 

Auch in den jungen Demokratien Osteuropas steht man dem „m-voting“ offen gegenüber. So wurde in Estland Ende 2008 beschlossen, dass die Wähler bei der Parlamentswahl 2011 mit dem Handy abstimmen können. Dort sollen spezielle SIM-Karten zum Einsatz kommen, die vor der Wahl bei den Behörden erworben werden können. Über diese Karten sollen die Bürger verschlüsselt ihre Stimme abgeben.

 

Eine weitere Möglichkeit, wie per Handy gewählt werden kann, soll 2011 in Russland genutzt werden, wenn die Duma neu gewählt wird. Nach der Angabe ihrer Telefonnummer bekommen die Wähler dabei am Wahltag eine Java-Applikation aufs Handy geschickt. Nachdem der Bürger gewählt hat, wird die Software deaktiviert.

 

Für die Belebung von Demokratien sind solche Ansätze sinnvoll, da sich dieses zusätzliche Angebot sicher positiv auf die Wahlbeteiligung auswirkt. Gerade Ereignisse wie die Europawahl oder Volksentscheide, bei denen weit unter 50 Prozent der Bevölkerung zur Wahl gehen, bieten sich für Pilotprojekte an. Sicherheitsaspekte müssen dabei natürlich berücksichtigt werden. Doch die intelligente Umsetzung aus Bülach zeigt, dass sich sicher ein Weg findet, wenn der Wille denn da ist.

 

Diskussion

2 Kommentare für “Wählen mit dem Handy”

  1. Interessant.

    Gibt es da noch mehr Quellen oder andere Techniken?

    Geschrieben von Martin Walter | 20. August 2009, 13:01
  2. Der Text beinhaltet die Bandbreite an Möglichkeiten, die über m-voting recherchiert habe. Bei der letzten Präsidentschaftswahl in Südkorea soll auch per SMS abgestimmt worden sein. Details darüber, wie genau das dort funktioniert hat, habe ich aber nicht gefunden. Wir können uns gern ma über das Thema unterhalten – ich xing Dich mal an.

    Geschrieben von Marc | 20. August 2009, 22:18

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