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Digital Trends

Best-Practice-App für Tennis-Fans

Wer Apps für das iPhone oder Android-Handys anbietet, kann viel falsch machen – das zeigen die strengen Bewertungen der Nutzer im App Store und im Android Market, in denen oft Beschwerden über die Programme zu lesen sind. Auch so gute Ideen wie Reiseführer-Applikationen leiden dann darunter, dass sie schlecht umgesetzt werden.

 

Ein Beispiel für eine außerordentlich gelungene App wurde von IBM für das Tennisturnier im Wimbledon produziert. Das Programm mit dem Namen IBM Seer Android nutzte die aktuellen Möglichkeiten von Augmented Reality in Kombination mit der GPS-Ortung des Telefons perfekt aus. Dabei konnten die Besitzer von Android-Handys über die Kamera wie bei Wikitude oder dem Qype Radar virtuelle Zusatzinformationen über ihre Umgebung angezeigt bekommen. Zum einen war es möglich, sich Toiletten oder Restaurants inklusive der exakten Entfernung zum gewünschten Ort anzeigen zu lassen, zum anderen konnten Besucher durch das Anvisieren eines Courts sehen, welche Partie dort gerade gespielt wurde und wie es stand. Dieses Video von IBM demonstriert die Funktionen von Android Seer:

 

 

Ein großer Vorteil der Applikation war, dass sie nur ein begrenztes Gebiet, nämlich das Gelände des All England Lawn Tennis Club, abdecken musste. So konnten für diesen Bereich sehr detaillierte und für die Nutzer hilfreiche Informationen bereitgestellt werden, die von IBM-Mitarbeitern regelmäßig aktualisiert wurden.

Die Qualität der Informationen finde ich zum Beispiel beim Qype Radar nicht immer optimal – manchmal gibt es für Restaurants gar keine, manchmal wenig aussagekräftige oder alte Kritiken. IBM setzt sich dadurch vom Trend zu Augmented-Reality-Anwendungen wie Layar ab, die zu Helfern in allen Lebenslagen werden möchten.

 

In diesem Streben nach ganzheitlichen Angeboten liegt ein Grund für die potenzielle Unzufriedenheit – denn die Datenbasis hält oft nicht das, was die Produkte versprechen. Vielleicht ist es Zeit für ein Umdenken bei Augmented Reality: Anstelle der Komplettangebote kommen viele Anwendungen für kleinere Gebiete mit einer hohen, vielleicht auch themenspezifischen Informationsdichte zum Tragen. Das schützt den Nutzer vor Frustration, da die Relevanz der Informationen für ihn steigt. Messeveranstalter können sich jedenfalls ermutigt fühlen, in den nächsten Monaten IBMs Idee weiterzuentwickeln, um das große Potenzial solcher Anwendungen zu ergründen.

 

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