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Mobile Applikationen

Der Daniel Düsentrieb Afrikas

Mobiltelefone sind Alleskönner: Man kann sie als Flugtickets benutzen, Videos drehen oder sich die nächste Tankstelle anzeigen lassen. Zu Recht wurde ich neulich gefragt: „Kocht Dir das Ding auch Tee?“ Nein, meins nicht. Aber Simon Mwaura aus Kenia kann mit seinem Handy tatsächlich Tee kochen. Und seine Haustür abschließen. Und das Licht ausmachen. Man könnte Simon Mwaura auch den Daniel Düsentrieb Afrikas nennen, so abenteuerlich sieht seine elektromechanische Konstruktion aus.

Mwauras Erfindung mag zwar kurios erscheinen, aber sie zeigt trotzdem, dass in den Köpfen vieler Afrikaner ein großes Innovations-Potenzial steckt. Der eine bringt den Nairobi Stock Exchange live aufs Handy. Beim anderen klingelt das Telefon, wenn das Fischernetz voll ist. Und der Dritte lädt seinen Handy-Akku mit dem Fahrrad. Doch leider wird dieses Potenzial kaum gefördert, moniert der Blog whiteafrican.com.

Auch bei Morris Mbetsa aus Mombasa, Kenia, stand schon bald ein Kamera-Team vor der Tür, nachdem er als 18-Jähriger eine Wegfahrsperre für Autos entwickelt hatte, die mit dem Handy zu bedienen war. „Teenage Genius“ nannten sie ihn im Fernsehen. Trotzdem hat er bislang keinen Investor für seine Erfindung gefunden – was für ihn kein Grund ist, den Kopf in den Sand zu stecken.

Nun, ein Jahr später, präsentiert Mbetsa seine nächste Erfindung: eine Art Tracking-Programm für Kenianer. Das Fernsehen war sofort zur Stelle ­­– doch bei so viel Talent wird früher oder später bestimmt auch einer der Herren im Anzug vorbeikommen und mit Mbetsa über Geld reden.

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