Was auf den ersten Blick trivial erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ernst zu nehmende Herausforderung: die Optimierung von Websites für mobile Endgeräte. Auf der Agenda vieler Webdesigner- und Programmierer ist das Thema noch kaum angekommen. Dabei pfeifen es die Statistiken von den Dächern, dass die mobile Nutzung von Websites und deren Services langsam aber sicher den Mainstream erreicht.
Die Ansätze, um Content und Services auf mobilen Endgeräten nutzbar zu machen, lassen sich in drei Bereiche einteilen. Die Anpassung an die speziellen Anforderungen mobiler Nutzung kann serverseitig, im vermittelnden Netzwerk und auf dem Endgerät selbst stattfinden. Bevor man sich jedoch auf Browserweichen und Services zum Komprimieren von Websites stürzt, lohnt es, etwas genauer über die Anforderungen nachzudenken.
Die mobile Nutzung bringt ein ganzes Set spezifischer Anforderungen und Möglichkeiten mit. Auf dem Endgerät hat man es mit einer beschränkten Darstellung, fehlenden Eingabemöglichkeiten, Plugins und Scripten, einem schwachen Prozessor und wenig RAM zu tun. Dafür lassen sich wiederum Standortdaten und Bewegungssensoren nutzen. Nicht zu unterschätzen sind die zumeist langsameren Netzzugänge, die noch deutlich teurer als lokale Anschlüsse sind.
Der größte Teil der Services, die eine automatische Anpassung bieten, arbeitet sich an diesen technischen Voraussetzungen ab. Dienste wie mippin, mobile leap, mobify und Operas Turbo arbeiten alle als Proxyserver. Sie verändern die ursprüngliche Site mehr oder weniger stark, indem sie Grafiken komprimieren, nicht unterstützte Inhalte ausblenden, die Breite skalieren und das CSS anpassen. Mobify erlaubt dabei eine individuelle Konfiguration, welche Bestandteile auf die mobile Site sollen.
Einige dieser Funktionen übernehmen auch mobile Browser wie Opera Mini, der Safari des iPhone und der Android Browser. Sie bieten zusätzlich Zoomfunktionen und nutzen die spezifischen Eingabemöglichkeiten wie Touchscreens.
Auch wenn diese automatisierten Verfahren eine gute Funktionalität haben, ist die serverseitige Anpassung nicht zu vernachlässigen. Die Eigenheiten der mobilen Nutzung enden schließlich nicht mit den technischen Besonderheiten. Die inhaltlichen Anforderungen des Nutzers unterscheiden sich ebenfalls stark von der Desktopnutzung. Online sein bedeutet nicht länger die ausschließliche Konzentration auf den Rechner, sondern fügt sich nahtlos in andere Tätigkeiten ein. Das Surfverhalten ist zum Beispiel meist viel klarer auf Suchen oder Senden konkreter Informationen ausgerichtet. Bestimmte Dienste wie etwa location based Services sind von viel größerem Interesse als das Lesen und Bearbeiten längerer Texte. Das mobile Nutzungsverhalten erfordert daher die Auseinandersetzung mit den Fragen: Was für einen Service biete ich an und wie wollen Menschen diesen unterwegs nutzen? Was ist dafür relevant und was nicht?
Serverseitig bieten sich eine Reihe von Möglichkeiten an. Einige Sites wie m.facebook bieten unter einer Subdomain eine mobile Version an. Zumeist wird diese Lösung durch ein oder mehrere angepasste Stylesheets verwirklicht. Über Media Queries ist eine Abstimmung des Stylesheets an das jeweilige Endgerät möglich, indem das CSS nicht statisch ausgeliefert, sondern je nach Anforderung etwa an die maximale Breite der Site dynamisch angepasst wird. dotmobi bietet sogar eine eigene Top Level Domain für mobilen Content.
Wie so oft verbirgt sich hinter scheinbar trivialen Fragen ein ganzer Kosmos. Daher sei zum Abschluss die w3c empfohlen, die sich ziemlich umfassend mit dem Thema befasst hat.
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