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Digital Trends

Was genau ist eigentlich „Augmented Reality“?

Augmented Reality (zu deutsch: „erweiterte Wirklichkeit“) steht für Anwendungen, die unmittelbar mit der Umgebung des Nutzers interagieren. Ein Musterbeispiel ist die Applikation Wikitude für Android-Handys, die auf dem Display Informationen zu realen Objekten in der Umgebung einblenden kann. Doch diese Form von Augmented Reality ist nur eine von vielen. Wo stehen wir heute und was für neue Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie wird es in Zukunft geben? In dem englischsprachigen Weblog Sprxmobile findet sich ein anschaulicher Artikel, der vier unterschiedliche Level der Augmented Reality unterscheidet. Der Text Augmented Reality Hype Circle fasst zusammen, wo wir uns heute technisch befinden und wo die Reise hingeht.

AR

1. Level: Der Hyperlink zur physischen Welt
Ein maschinenlesbarer Code verknüpft ein physisches Objekt mit einer virtuellen Datenwelt. Ein praktisches Beispiel hierfür ist der 1D (UPC)-Barcode, der heute auf jedem Produkt zu finden ist. Dieser Barcode ist der Hyperlink zwischen Produkt und den dazugehörigen Produktdaten. Zu dieser ältesten Form der Augmented Reality zählen ebenfalls zweidimensionale Codes, wie etwa der QR-Code. Auch die 2D-Bilderkennung gehört hierzu, die im mobilen Bereich dazu dient, ein Firmenlogo oder ein Filmposter zu erkennen, woraufhin man auf eine Webseite mit weiteren Informationen umgeleitet wird. Dieses Level von Augmented Reality ist vergleichsweise simpel, denn die Technologie beinhaltet noch nicht das Rendering und die Darstellung von Grafiken und Objekten in Echtzeit. Beispiele sind die Verwendung des QR-Codes mit Kaywa oder die Produkterkennung mit Kooba.

2. Level: Die markierungsbasierte Augmented Reality
Die markierungsbasierte Augmented Reality erregt zurzeit einige Aufmerksamkeit. Wichtig bei diesem Level der Augmented Reality ist, dass die Daten in Echtzeit miteinander verknüpft und gleichzeitig grafisch zusammengeführt werden. Im Zusammenspiel mit Computer, Webcam und einer codierten Karte, dem sogenannten Tracker, wird eine 3D-Animation auf dem Bildschirm sichtbar, die auf Bewegungen des Trackers reagiert. Für Marketingzwecke wird diese Form der Augemented Reality heute gern als spielerische Ergänzung eingesetzt. Eine schöne Idee ist auch das erste Augmented Reality-Musikvideo zu Julian Perretas Song „Ride My Star“ (YouTube Direktlink). Diese Form der Augmented Reality ist jedoch noch nicht häufig auf Handys vorzufinden, weil viel Rechenleistung benötigt wird. Bislang gibt es lediglich für Windows Mobile einige Anwendungen, eine der interessantesten ist die 3D-Objekterkennung iVisit (Video zu iVisit auf YouTube).

3. Level: Die Augmented Reality ohne Markierung
Hier wird Augmented Reality richtig spannend: Einfach die Handykamera auf ein Objekt in der Umgebung richten und in Echtzeit werden Informationen dazu im Display eingeblendet. Bis vor kurzem kamen nur Besitzer des ersten Google Handys in diesen Genuss, weil es das erste Handy mit eingebautem Kompass war. Für diese Form der Augmented Reality ist das Zusammenspiel von Kompass und GPS-Daten ausschlaggebend, damit Ort und Blickrichtung definiert werden können. Prominentes Beispiel ist die Anwendung Wikitude oder auch „TwittARound“, eine Twitter Augmented Reality Applikation für das iPhone 3Gs, mit der man Twitter-Follower in der Umgebung orten kann. Dieses App wurde leider nicht offiziell von Apple autorisiert. Sie zeigt aber, welche neuen Formen der Interaktion mit unserer Umgebung die Augmented Reality ermöglicht.

4. Level: Augmented Vision
Die Augmented Vision ist noch Zukunftsmusik und wäre dann erreicht, wenn visuelle Interaktion zwischen Menschen, Computer und Umgebung unabhängig von Monitoren und Displays möglich wird. Hierbei geht es um die immersive Visualisierung der Augmented Reality mit möglichst geringer technischer Barriere. Vorstellbar sind etwa Kontaktlinsen, auf denen Pixel dargestellt werden könnten. An der Universtity of Washington wird bereits an solchen Kontaktlinsen gearbeitet. Hierzu auch empfehlenswert ist ein längerer Artikel Augmented Reality in a Contect Lens, der im September im IEEE Spectrum Magazine erschienen ist.

Das Erlebnis auf einem handflächengroßen Gerät eine erweiterte Darstellung von Wirklichkeit zu erleben, die man bislang nur aus 3D-Computerspielwelten kannte oder die man sich als militärische Anwendungen vorstellte, strahlt eine starke Faszination aus. Heute ist der eindimensionale Barcode auf Produkten zum schnellen Einscannen an der Kasse überall verbreitet. Ich finde die Vorstellung spannend, dass wir vielleicht schon in wenigen Jahrzehnten mit Brillen oder Kontaktlinsen unsere Umgebung erweitert wahrnehmen werden können. Auf Wanderungen oder während einer Autofahrt könnten wir Entfernungen oder andere Informationen zur Navigation in unser Sichtfeld eingeblendet bekommen. Im Museum könnte uns beim Betrachten eines Kunstwerks gleichzeitig eine Bildanalyse animiert werden. Oder in einer Menschenmasse könnten wir problemlos Freunde und Bekannte orten.

Diskussion

2 Kommentare für “Was genau ist eigentlich „Augmented Reality“?”

  1. Ich habe in meinem Blog erklärt, warum Augmented Reality von tatsächlichem Vorteil für uns ist:

    http://wohnmap.blog.de/2009/10/28/sinn-zweck-augmented-reality-wohnungssuche-7262246/

    Geschrieben von Martin | 28. Oktober 2009, 17:37
  2. auch hier sehr schön zu sehen..

    http://www.youtube.com/watch?v=FDHc8phaU2E

    Geschrieben von thomas | 2. November 2009, 11:42

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