Intelligente Softwarearchitektur hebt das beliebte Brettspiel Scotland Yard in die Wirklichkeit. Via Smartphone startet die Jagd auf Mister X.
Touristen tummeln sich auf der Kölner Domplatte, posieren für das Erinnerungsfoto. Ein Mann rennt zwischen den Menschen hindurch, schaut sich hektisch um, hastet weiter. Keine Zeit sich auszuruhen – die Verfolger sind ihm dicht auf der Spur.
Das ist kein Tatort Krimi – das ist die „Jagd nach Mister X“: Hobbydetektive können das Brettspiel Scotland Yard nun in der Realität spielen. Die Deutsche Telekom erweckt es zusammen mit der Uni Bonn und Ravensburger zu neuem Leben. Die eindimensionalen Londoner Straßen des Spielbretts tauscht der Handynutzer gegen den Stadtplan realer Orte. Die Smartphone Applikation „Jagd nach Mister X“ macht es möglich. Seit einem Monat dürfen ausgewählte Teilnehmer das Spiel exklusiv vortesten. Eine aufwändige Softwarearchitektur ist notwendig, um das Mobile Multiplayer Spiel auf dem Smartphone funktionsfähig zu machen.
Einfache Regeln für intuitiven Spielspaß
Statt des detektivischen Fernglases tragen die Spieler Smartphones bei sich. Wie beim Brettspielvorbild jagen mehrere Verfolger gemeinsam Mister X. Die Mitspieler legen die Größe des Spielfeldes vor Spielbeginn gemeinsam fest. Dabei kann der Spielradius je nach Anzahl der Verfolger, Kondition von Mister X oder der Umgebung frei gewählt werden. Innerhalb des so definierten Umkreises findet ein spannendes Räuber und Gendarm Spiel statt: Mister X bekommt Vorsprung, die Verfolger nehmen die Spur auf. Die Spieler sehen ihre aktuellen Positionen ständig auf der Karte des Smartphones. Der Aufenthaltsort von Mister X dagegen wird auf dem Display nur in zuvor zeitlich festgelegten Abständen sichtbar. Die Verfolger müssen also clever agieren und sich taktisch absprechen, um zusammen Mister X zu fangen. Die Spannung des Spiels wird zusätzlich durch Gadgets gesteigert: Sowohl Mister X als auch die Verfolger können auf sie zugreifen. So senden die Verfolger an Mister X einen Magneten, der dessen Karte zeitweilig auf den Kopf stellt. Dieser kann wiederum eine virtuelle Nebelkerze zünden, um eine Weile auf der Karte unsichtbar zu sein. Ein nützliches Gadget, um den Flüchtigen zu stellen, ist der „Screamer“: Mit ihm kann der Verfolger das Smartphone von Mister X aufschreien lassen, wenn er den Gejagten in seiner Nähe vermutet, ohne ihn aber zu sehen.
Innovative Softwarearchitektur ermöglicht den Spielspaß
Mobile Multiplayer Spiele, wie die „Jagd nach Mister X“, greifen auf Funktionen moderner Smartphones wie GPS-Ortung, mobiles Internet und Bewegungssensoren zu. Um die optimale Interaktion zwischen Mobile Multiplayer Spiel und Smartphone zu gewährleisten, bedarf es intelligenter Softwarearchitektur. Diese Architektur entwickeln aktuell die Deutsche Telekom Laboratories (T-Labs) gemeinsam mit der Uni Bonn. Die Arbeit der Forschungsgruppe erfolgt im Rahmen des Projekts „Adaptive Mobile Gaming“. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse als Software Development Kit (SDK) professionellen Spiele-Entwicklern zur Verfügung. Mit Hilfe des SDK können diese ihre eigenen Spiele für Smartphones kreieren. Die Erkenntnisse der professionellen Entwickler dienen wiederum dazu, die Architektur und folglich das SDK weiter zu optimieren.
Das Spiel denkt mit
Moderne Smartphones verfügen über technische Fähigkeiten, die es ihnen erlauben Informationen aus der Umgebung zu sammeln und zu verarbeiten. Von dieser Funktionalität profitieren Mobile Multiplayer Spiele: Via GPS-Ortung und Bewegungssensoren erhält das Smartphone Daten aus seiner Umwelt. Diese Kontext-Informationen verwertet das Mobile Multiplayer Spiel und stimmt darauf sein weiteres Verhalten ab. So erhält das Spiel „Jagd nach Mister X“ Informationen über den Standort der Spieler via GPS-Ortung. Wenn Mister X den zuvor festgelegten Spielradius überschreitet, also das Spielfeld verlässt, macht die Anwendung ihn dauerhaft für die Verfolger sichtbar. Mobile adaptive Multiplayer Spiele denken also mit, sie verfügen über sogenannte „Kontextsensitive Intelligenz“.
Kein Spielspaß ohne moderne Smartphones und lückenlosen Empfang
Die Smartphones, mit denen Hobbydetektive auf die „Jagd nach Mister X“ gehen, müssen folglich auf dem aktuellen Stand der Technik sein. Die Spieler können – ohne Zeitverzögerung – auf der Spielkarte die sich ständig verändernden Positionen ihrer Mitspieler erkennen. Das verlangt den Smartphones eine hohe Rechenleistung ab – denn bei der Jagd sind alle Beteiligten schnell unterwegs. Mobile Endgeräte wie das Apple iPhone 3GS sowie das T-Mobile G2 Touch oder das T-Mobile Pulse mit Android Betriebssystem verfügen über entsprechende technische Standards. Zudem warten diese Smartphones mit Touchscreen auf – er lässt die Nutzer bequem und intuitiv per Fingerstreich das Spiel bedienen. Die Spieler profitieren ebenso von den großen Displays aktueller Smartphones. Sie zeigen die Spielkarte übersichtlich an. Um ungetrübten Spielspaß zu erleben, sind darüber hinaus lückenloser Empfang und eine schnelle mobile Internetverbindung unerlässlich.
In Jedem steckt ein Hobbydetektiv
Die „Jagd nach Mister X“ wird voraussichtlich Ende des Jahres als iPhone Applikation im deutschen App Store erhältlich sein. Als nächstes werden es Nutzer im Android Market herunterladen und auf Geräten mit Google Betriebssystem nutzen können. Die Zukunft wird aber Browser basierten Lösungen gehören, so dass Spiele wie die Jagd nach Mister X, Plattform unabhängig, auf jedem modernen, internetfähigen Touchscreen Handy gespielt werden können.
Der Autor des Artikels, Dr. Markus Jodl, ist Pressesprecher der Region und Service Deutsche Telekom AG.
Wir freuen usn schon alle sehr auf das Spiel- nur ist es bisher noch nicht erschienen! Gibt es einen Zeitplan für die Veröffentlichung?