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Digital Trends

Virtuelle SIM-Karten

In Deutschland und anderen Industrienationen haben viele Menschen mittlerweile sogar zwei: ein Firmenhandy und ein privates. Doch in den Entwicklungsländern sind selbst die Modelle, die von uns als uralt verlacht würden, nicht für jeden erschwinglich. Doch da Handys gerade in diesen Ländern die schlechte Infrastruktur von Festnetzleitungen oder Straßen kompensieren können (die Afrika-Rubrik von Trendmobi dreht sich fast ausschließlich um diesen außerordentlichen Impact), ist der Zugang zu einem Handy dort wichtig.

Das Unternehmen movirtu will nun die Zahl der Handyzugänge erhöhen, ohne auf neue Handys zu warten. Unter dem Slogan „Mobile for the next Billion“ sollen vor allem Menschen am unteren Ende der Pyramide Zugang erhalten, also Menschen, die weniger als 2 US-Dollar am Tag verdienen.

Will man ein Handy mit einer anderen Telefonnummer enutzen, musste man bislang die SIM-Karte wechseln. Dort sind auch private Kontakt- und andere Informationen des Besitzers gespeichert.

Movirtu will nun die Handynummern von den Handys loslösen. Immerhin braucht man für das Schreiben einer E-Mail auch keine spezielle Hardware: Man loggt sich einfach ein, egal an welchem Rechner – Hauptsache er ist mit dem Internet verbunden.

Wird in Internetcafés also bald auch Zugang zum Mobilfunknetz angeboten? Wird es Handycafés geben? In Kamerun hat die Firma Comviva die Technologie der virtuellen SIM-Karten bereits getestet – und tatsächlich wurden dort mehr Handyanrufe getätigt als zuvor. Neben der  Zielgruppe der extrem Armen greifen vor allem Geschäftsleute auf den Service zurück, um quasi zwei Telefone in einem, geschäftlich und privat, nutzen zu können.

Da SIM-Karten sehr billig zu haben sind – in Südafrika schon ab 33 US-Cent – bleibt die Frage, ob sich die virtuellen SIM-Karten durchsetzen werden, bzw. was sie zur Verbesserung der Lebensumstände der extrem Armen beitragen können. Zumindest wären sie plastiksparend und so ressourcenschonend.

Noch hat movirtu keine Statistiken zu seinen Nutzern veröffentlicht. Das Unternehmen ist aber unter Zugzwang: CEO Nigel Waller bekam bereits ein Stipendium für „world-changing people, projects and ideas“ von Pop! Tech. Ob zu Recht, wird sich zeigen.

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