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Digital Trends

Spontan mitfahren mit OpenRide und caribo

Die Mitfahrgelegenheit ist zur viel genutzten Alternative zu Flugzeug und Bahn beim Verreisen geworden. Nur: Wer mitfahren will, muss sich schon lange vorher auf einen Mitfahrer festlegen. Und für kurze Strecken und Kurzentschlossene lohnt sich Mitfahren wegen des großen Organisationsaufwands meistens nicht. Spontaneität und Mitfahrgelegenheit – das passte bislang nicht zusammen.

Zwei Services mit ähnlichen Konzepten wollen das nun ändern. Zum einen handelt es sich dabei um das Projekt OpenRide vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) aus Berlin, zum anderen um caribo von Scientific Computers aus Aachen. Das Prinzip dieser neuen, handygestützten Mitfahrbörsen erklärt dieses Video von caribo:

Markus Schindler, Geschäftsführer von Scientific Computers, erklärt die Stärke von caribo so: „Der größte Vorteil von caribo ist die Möglichkeit der Ad-hoc-Buchung von Fahrten. So ist keine lang- oder mittelfristige Planung von Fahrten mehr nötig, denn mit caribo ist der Weg für eine flexible Fortbewegung gerade auch auf Kurzstrecken geschaffen.“ Alles, was man benötigt, sind ein internetfähiges Handy und die kostenlose Software. Möchte man als Passagier die neuen Mitfahrgelegenheiten nutzen, gibt man einfach Start- und Zielort ein. Sofort nach der Eingabe sucht die Software in der Umgebung nach Nutzern, die als Fahrer in Frage kommen. Fahrer und Passagier werden dann automatisch informiert und können sich verabreden.

20 Kilometer für fünf Euro

Um überteuerten Preisen vorzubeugen, gibt caribo seinen Nutzern eine Empfehlung für die Kosten. Die ersten 20 Kilometer sollen demnach fünf Euro kosten, jeder weitere Kilometer sechs Cent zusätzlich. Auch Transparenz ist bei caribo wichtig. Nutzer müssen sich mit ihrer Mobilfunknummer registrieren und nach jeder Fahrt bewerten sie sich gegenseitig. „Auf diese Weise wollen wir Vorbehalte abbauen und noch mehr Menschen für diese Art des ökologischen Reisens begeistern“, erläutert Markus Schindler die Strategie.

Bis diese Börsen aber zur echten Pendler-Alternative werden, muss noch eine wichtige Hürde genommen werden: Noch immer verwenden zu wenig Nutzer Webanwendungen auf dem Handy, um diese Services massenmarkttauglich zu machen. Die Services können aber nur dann sinnvoll sein, wenn viele Menschen das Programm installieren und die Passagiere nicht lange auf ihre Fahrer warten müssen. Die Betreiber brauchen mit ihrer Idee also einen langen Atem und müssen warten, bis die Deutschen im mobilen Web ankommen. Hoffentlich geht ihnen bis dahin nicht die Puste aus.

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